Geschichte

50er Jahre - die Zeit der Gründung

1953 - Die Gründung des Ski-Clubs Oberhundem

Nach dem zweiten Weltkrieg standen die Oberhundemer zwangsläufig vor der schweren Aufgabe, ihr nahezu völlig zerstörtes Dorf wieder aufzubauen. Erst nachdem die unmittelbar größte Not überwunden war, nahmen allmählich viele Vereine ihre Tätigkeit wieder auf. Das rief auch die Skisportler auf den Plan, die bis dahin als Abteilung des Turnvereins organisiert waren und nun die Gründung als "Ski-Club Oberhundem" vollzogen. Als Gründungstag ist der 07. Februar 1953 festgehalten. Laut Anwesenheitsliste schlossen sich 40 Gleichgesinnte zusammen, um den Wintersport auf einer breiten Basis zu fördern.

Diese Männer der "ersten Stunde" scheuten die sportlichen und vereinsorganisatorischen neuen Herausforderungen nicht . Daraufhin wurden erfolgreich weitere Mitglieder geworben, sowie tatkräftige Helfer, die den Aufbau des jungen Vereins ebenso förderten und unterstützten.

  Karl Kösters-Welterk (links) übernahm den Vorsitz, Alois Führt (rechts) wurde 2. Vorsitzender. Karl Schulte trat das Amt des Schriftführers und Kassenwarts und Hubert Kneer bekleidete das Amt des Jugendsportwarts

 

St. Lambertus-Sprungschanze am Riesenberg

Kurz nach der Gründung des Vereins nahmen die schon früher geäußerten Gedanken um den Bau einer Sprungschanze genauere Konturen an. das geeignete Gelände fand sich am 720m hohen Riesenberg wo - durch die geniale Hanglage bedingt - nur ein Mindestmaß an Erdbewegungen notwendig war. Es wurde ein Sprungschanzen-Komitee gegründet, das neben der eigentlichen sportlichen Vereinsarbeit die Aufgabe übernahm, die notwendigen Schritte hinsichtlich der Planung und Durchführung der Baumaßnahmen sowie der Finanzierung einzuleiten. Während Karl Kösters-Welterk die Belange auf der örtlichen Ebene koordinierte, übernahm Alois Führt die Aufgabe, die behördlichen Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, insbesondere die notwendigen Kontakte zum Vorstand des Westdeutschen Skiverbandes aufzunehmen und Ratschläge zur Verwirklichung des Vorhabens einzuholen.

Die Planungsunterlagen wurden dem "Sprunghügelberater" des Deutschen Skiverbandes, Heini Klopfer (Oberstdorf), vorgelegt und von ihm für in Ordnung befunden. Als Bauleiter fungierte der Ex-Olympiateilnehmer Rudolf Lessner. 
Durch seinen persönlichen Einsatz trug er enorm dazu bei, dass die Bauarbeiten zügig vorn gingen und die Schanze rechtzeitg vor dem Winter 1953/54 fertig gestellt werden konnte.

 

Spatenstich am Riesenberg

Die St. Lambertus-Schanze in Oberhundem war die größte Naturschanze in Westdeutschland und wurde später auf einen "Kritischen Punkt" von 64 Metern erweitert.

Für den Springernachwuchs wurde darüber hinaus noch eine Jugendschanze gebaut. In dem Gesamtkostenaufwand von 57.000 DM war ein erheblicher finanzieller Eigenanteil enthalten, zudem waren vielfältige Eigenleistungen erforderlich.

Beim Einweihungsspringen boten besonders die Thüringer Springer vor über 2000 Zuschauern ausgezeichnete Sprungleistungen. In den folgenden Jahren konnte manch gut besetztes Springerfeld über den Schanzentisch gehen. Neben der Durchführung von Bezirks- und Verbandsmeisterschaften wurde vor allem der Springen um den "Josef-Schmelzer-Pokal" zum alljährlich wiederkehrenden Ereignis, bei dem die besten Springer ihr Können demonstrierten.

Der für den Skiclub Willingen startende Valerie Strucl schraubte letztlich den Schanzenrekord auf 71 Meter. Mehrfacher Gewinner und damit endgültiger Besitzer des Josef-Schmelzer-Pokals wurde Ulli Wolzenburg vom SC Rückershausen.

St. Lambertus-Sprungschanze am Riesenberg

 

 

60er und 70er Jahre - Skispringen, Bau des Lifts, Volksskilauf

Im Zeitraum von 1963 bis 1975 stand der Verein unter der Leitung von Fritz Hanke. Ihm kommt der Verdienst zu, den Ski-Club auf eine neue organisatorische Basis gestellt und so die Voraussetzungen für einen beachtlichen Aufschwung auch in sportlicher Hinsicht geschaffen zu haben. Unter seinem Vorsitz wurde die Schanze erweitert, der Volksskilauf eingeführt, ein neuer Lifthang erschlossen und schließlich ein neuer Lift erbaut.

 

 

Rhein-Weser-Lift (links) und die Kostenaufstellung zur Erschließung des Hangs über 67.354,33 DM

 

 

1968 - Volksskilauf

Im Winter 1967/68 riefen die Organisatoren des Oberhundemer Ski-Clubs erstmals zu diesem Volks-Lauf auf Langlaufbrettern auf. Der SCO hat den "Skilauf für Jedermann" nördlich der Mainlinie populär gemacht. Jeder Volksläufer erhielt eine Urkunde, gleichgültig in welcher Zeit er die 5, 10, 20 oder 40 Kilometer zurückgelegt hatte. Die Teilnehmerzahl des Oberhundemer Volksskilaufs stieg von Jahr zu Jahr und erforderte somit zunehmend mehr an Organisationsvermögen. Bis zu 2000 Langlaufbegeisterte von Rhein und Ruhr gingen auf die Loipen.

  Besonders bemerkenswert war Emil Volkmann (links) aus Oberveischede, der noch mit seinen 70 Jahren stets die Startnummer 1 im Visier hatte. So war er der erste Gast am Rhein-Weser-Turm, häufig lange bevor das Wettkampfbüro öffnete.

 

Der nordische Skisport im Verein

Schon im Gründungsjahr 1953 hatte sich die 1. Generalversammlung eingehend mit der sportlichen Richtung beschäftigt, die der Verein einschlagen wollte. Alois Führt referierte damals, dass man sich besonders den nordischen Disziplinen widmen wollte. Es sollte eine der Hauptaufgaben des Vereins sein, hierbei den Nachwuchs zu fördern. Diese Richtung ist dann auch eingehalten worden, da sich bald auch genügend aktive Läufer fanden, die bereit waren, den Nachwuchs nach Kräften zu unterstützen.

Nach dem Schanzenbau fanden sich auch zahlreiche Springer im Verein zusammen, und auch an Wettbewerben der Nordischen Kombination nahmen einige Skisportler des Vereins teil. In dieser Disziplin war Karl Erhard Reichling u.a. auch bei den Westdeutschen Meisterschaften sehr erfolgreich.

Skilanglaufspezialisten waren Hubert, Karl und Hermann Kneer, Theo, Berthold und Ottmar Führt, die kaum einen Wettkampf ausließen um sportliche Erfahrungen zu sammeln. Hiernach wurde Oberhundems Langläufertradition durch Lambert und Clemens Aßmann, Werner Zeh, Karl Grübel, Peter Schöttes und Karl Heinz Hesse hochgehalten.

Vor allem die drei Letztgenannten, sowie Manfred Beckmann verdienen besondere Erwähnung, da sie als spätere Sport- und Jugendwarte über viele Jahre ihre Erfahrungen an den sportlichen Nachwuchs weiter gaben.

1973 Ferdi Schick wird bei den deutschen Schülermeisterschaften in Hirschau Vizemeister. Weiterhin steht er im deutschen Aufgebot bei Schülervergleichswettkämpfen auf europäischer Ebene.Andreas Schmelter, Ferdi Schick und Stephan Dörrenbach holen in der Jugendklasse I die Bronzemedaille. Nach erfolgreichen Lehrgängen werden sie vom Westdeutschen Skiverband für die Deutschen Meisterschaften in Hirschau und Willingen nominiert.
1975

Am 16.10. 1975 stirbt Fritz Hanke eines plötzlichen Todes. In Fritz Hanke verliert der Ski-Club Oberhundem einen engagierten Förderer und Freund des Skisports, der die Belange des Vereins vorzüglich vertritt. Er war auf Grund seines persönlichen Einsatzes bei den Vereinsmitgliedern hoch angesehen.

 

1976

Die Loipenpflege und die Präparierung der Abfahrtspisten werden permanent optimiert. Auf dem Foto zu sehen sind die Vorstandsmitglieder Siegfried Lindemann, Winfried Schauerte und Erwin Richter bei der "Premieren-Fahrt" mit dem neuen Loipenschlitten.

 

1979 Mit einem Team von sieben Athleten reisten die Skilangläufer des Ski-Clubs Oberhundem zum "Wasa-Lauf" nach Schweden. Die beste Platzierung erreichte über die 85 Kilometer lange Strecke Georg Kneer. Er belegte unter insgesamt 12.000 Teilnehmern den 407. Rang.

 

80er und 90er Jahre - Erfolgsbilanz Nordisch, Alpin, Biathlon

Siuerlänner Skiloap

Mitte der 80er Jahre kam die Idee auf, auch im Sauerland einen Ski-Marathon durchzuführen. Auf Initiative von Herbert Volkmer (FV Hunauspur) kam es 1986zur Gründungsversammlung des Siuerlänner Skiloap e.V. 11 Vereine schlossen sich im Siuerlänner Skiloap e.V. zusammen, dessen Vorsitz Herbert Volkmer übernahm. In dieser Funktion folgte im dann über einige Jahre unser ehemaliger Vereinsvorsitzender Karl Falk.

Die ursprüngliche Strecke des Siuerlänner Skiloaps führte vom Rimberg bei Bad Fredeburg über den Hunau- und Rothaarkamm bis zum Rhein-Weser-Turm und hatte eine Gesamtlänge von 52 Kilometern. Da die Länge des Laufes und das Streckenprofil sehr anspruchsvoll waren und zunehmend weniger Teilnehmer an den Start gingen, beschloss man, den Skiloap auf eine Streckenlänge von 36 Kilometern zu verkürzen. Seither ist der Zieleinlauf in schanze, oberhalb von Grafschaft, festgelegt. Auf Grund des Schneemangels in den letzten zwei Jahrzehnten konnte der Lauf erst 8 mal durchgeführt werden.

Bei der Organisation und Durchführung des Siuerlänner Skiloaps engagierten sich für den SC Oberhundem insbesondere Karl Falk, Winfried Schauerte , Siegfried Lindemann Manfred Wahner und Joachim Lassmann.

1988 - Biathlon

Ende der 80er Jahre kam eine weitere nordische Sportart auf den Plan. Einige Langläuferinnen und Langläufer begeisterten sich nicht mehr nur für das Langlaufen an sich, sondern legten gerne dann und wann einen Zwischenstopp ein, um ein paar Gewehrkugeln auf Metallscheiben abzufeuern.

Biathlon nahm fortan einen hohen Stellenwert im SCO ein. Mit Christian Hesse, dem wahren "Pionier" in Sachen Biathlon, war das erste von vielen herausragenden Talenten des SCO gefunden. Bereits in seinem ersten Jahr als Biathlet (1987) holte er sich den Titel bei den Westdeutschen Biathlon-Meisterschaften in Jagdhaus.

Die Biathleten bereisten unter anderem das Alpenland, um an Bundesskispielen, Alpencups und dergleichen teilzunehmen. Die Erfolge verdanken sie dabei nicht zuletzt der außerordentlichen Fürsorge durch drei Betreuer: Karl-Heinz Hesse, Hans Josef Weschollek und Georg Ludwig. Sie haben viel Freizeit investiert und ihre Schützlinge nicht nur im Training an den Stützpunkten Jagdhaus und Neuastenberg-Langwiese betreut, sondern haben ihren Urlaub geopfert für die Begleitung bei Trainingslagern und bei Wettkämpfen. An dieser Stelle sei diesen Vätern und Trainern herzlich gedankt!

 

Erfolgsbilanzen

 

 

1985

Die Schülerstaffel des SC Oberhundem erreicht bei den Westdeutschen Meisterschaften einen hervorragenden 3. Platz. Die Staffel lief in folgender Besetzung: Gregor Lindemann, Andreas Schöttes, Dirk Weschollek und Christian Hesse.

Das Staffeltrio des SC Oberundem (Karl Grübel, Peter Fischer und Reinhold Döbbener) belegen sensationell den dritten Platz bei den Senioren-Weltmeisterschaften im bayrischen Hirschau.

1987 In Girkhausen geht die Schülerstaffel des SCO bei den Westdeutschen Meisterschaften mit Jörg Schwermer, Marc Ludwig, Gregor Heimes und Christian Hesse an den Start und kann den Wettbewerb siegreich für sich entscheiden. Ausserdem holt sich Christian Hesse über die 6km Skating Strecke den Westdeutschen Meistertitel
1989

ITolle Erfolge erreichten die Schüler des SCO bei den DSV-Bundesskispielen der Langläufer. Die Farben des Vereins vertraten Thomas Heimes, Marc Ludwig und Gregor Heimes, sowie ihre Betreuer Georg Ludwig und Peter Schöttes.

Bei den deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften im bayrischen Ruhpolding lassen Petra Weschollek und Christian Hesse ihre Konkurrenz hinter sich. Petra glänzt im Einzel- und Staffelwettbewerb und erringt im Sprint eine Silbermedaille.Christian Hesse rundet mit einer Bronzemedaille im Sprint dieses Spitzenergebnis ab.

Auch im alpinen Rennsport gibt es Erfolgsmeldungen. Bei den Westdeutschen Meisterschaften am Pitztaler Gletscher in Österreich holt sich Birger Kohlhase die Goldmedaille im Slalom.
1990 Im Europacup kann Petra Weschollek gute Platzierungen erzielen. in den Jahren 1990-1992 erkämpft sie sich einen 1. Platz, zwei 2. Plätze, einen 3. Platz sowie weitere gute Ränge im vorderen Feld.
1991

Bei den deutschen Meisterschaften der Gehörlosen glänzt Magnus Schöttes gleich zweimal. Er siegt über die 15km-Distanz und holt sich im Massenstart über 10 km eine silberne Medaille. Er wird 1991 und 1992 insgesamt dreimal deutscher Meister bei den Gehörlosen-Wettbewerben.

Bei den Biathleten deklassiert Rolf Ludwig alle Athleten seiner Alterklasse und entscheidet den Gesamtsieg der Bundesskispiele zu seinen Gunsten.

Einen weiteren schritt in Richtung "Internationalität" schafft Petra Weschollek mit ihrer Qualifikation zur Junioren-Weltmeisterschaft. Im ungarischen Galyatetö sichert sie sich mit ihren Teamkolleginnen sie Silbermedaille im Staffelwettbewerb. Im Einzelwettkampf erkämpft sie sich ein einem Teilnehmerfeld von rund 80 Starterinnen Rang 6 und im Sprint Rang 9.
1992 Petra Weschollek löst erneut das Ticket zur Junioren-Weltmeisterschaft in Canmore (Kanada). Wieder kann sie eine Silbermedaille (Mannschaft) mit nachhause nehmen. Mit einem 7. Platz im Sprint und einem 12. Platz im Einzel bestätigt sie ihre gute Form.
1993/94

Petra Weschollek nimmt an diversen Biathlon Weltcup-Wettbewerben teil und belegt mit der Staffel 1993 zusammen mit Uschi Disl, Simone Greiner-Petter-Memm und Petra Schaaf (jetzt Behle) Rang 4.

Ihre beste Einzelplatzierung ist Rang 18 im Sprintwettkampf 1994 in Antholz (Südtirol). Dieses Resultat ist schließlich ausschlaggebend für ihre Nominierung in das Olympia-Team.

Zwar ist sie in ihrer Funktion als Ersatzläuferin für die Staffel nicht zum Einsatz gekommen, der Ski-Club sowie das ganz Dorf Oberhundem bereiten ihr dennoch den "Bahnhof einer Olympiasiegerin".

 

1995

In diesem Jahr hagelt es bei den Deutschen Meisterschaften für die Biathleten des SCO einen Titel nach dem anderen. Rolf Ludwig steht bei den Juniorenmeisterschaften auf dem Treppchen.

 

Schon beim Deutschlandpokal hat Rolf Ludwig sein Können unter Beweis gestellt. Mit dem 3. Platz der Deutschen Meisterschaft der Junioren setzt er damit einen weiteren Meilenstein in seiner Biathlon-Erfolgsgeschichte.

Für Petra Weschollek ist mit dem Sieg der Deutschen Senioren-Meisterschaften der Wunsch in Erfüllung gegangen, einmal die deutsche Spitze der Damen hinter sich zu lassen. Einen Tag nach der Goldmedaille im Einzelwettbewerb gelingt ihr dies beinahe noch ein zweites Mal. Nur um einige Sekunden verfehlt sie den ersten Rang.

Die Saison 1994/95 beenden Rolf Ludwig und Petra Weschollek mit einem krönenden Abschluss: dem Gesamzsieg des Deutschlandpokals:

 

  

 
1997

Tanja Fichte (linkes Foto) kann im alpinen Skisport mit zahlreichen vorderen Platzierungen aufwarten. Allein im Zeitraum von 1997-2003 erringt sie 15 Mal den ersten Platz bei den Westdeutschen schüler- und Jugendmeisterschaften.

Bei den Westdeutschen Jugendmeisterschaften 1999 in St. Moritz steht sie nicht nur im Slalom, sondern auch im Riesenslalom und Super-G auf dem obersten Treppchen. Für diese Leistungen wird sie vom Westdeutschen Skiverband mit dem sog. "Silbernen Ski" ausgezeichnet. 

   

 

Zusätzliche Informationen